Kalender

September 2010
Mo Di Mi Do Fr Sa So
30 31 1 2 3 4 5
6 7 8 9 10 11 12
13 14 15 16 17 18 19
20 21 22 23 24 25 26
27 28 29 30 1 2 3
PDF Drucken

Osterturnier Dahn 2010

Zu dritt (Anja (LB), Helga (BHR), Martina (LB, kurz)) ging es am Karfreitag auf den Weg zum Dahner Osterturnier, das dieses Mail nach den Regeln der IFAA World Field Archery Championships im August ausgerichtet. Für jeden, der daran teilnehmen will, eine gute Generalprobe, um Stärken und Schwächen herauszufinden.

Das Auto war voll bepackt, die Stimmung gut. Nach knapp drei Stunden waren wir endlich da. Vorne am Fußballplatz geparkt, gingen wir auf Zeltplatzsuche. Während Anja uns anmeldete, begutachteten Helga und ich die möglichen Stellen und entschieden uns für den Platz neben einem Stuttgarter Bus und einem Wohnwagen, hinter uns ein Felsen aus Sandstein mit einem schmalen Streifen Wald. Der ausgesuchte Platz sah relativ eben aus... erst nachts sollten wir merken, daß es doch abschüssiger war als gedacht.

Mehrere Wege zum Auto brachten Zelt und Gepäck an den Platz und Helga und ich bauten das Zelt auf. Im Schützenhaus gab es schon etwas zu essen und der Salatteller fand Lob von Anja und Helga. Auf dem Einschießplatz schlossen Anja und ich uns dann den Massen an und ließen ein paar Pfeile fliegen. Danach sahen wir uns die Parcours und die Gegend an. Während der Besichtigung versuchten wir nochmal, uns Fächer und Walkup und 'von welcher Seite auf welche Scheibe' zu erklären.

Nach dem mühseligen Ausflug in das Verbandsregelwerk waren wir hungrig und wollten was Warmes in den Magen. Kein Zelten ohne Kochen auf dem Spirituskocher. Warum nur wollte der Inhalt der giftgrünen Flasche bloß nicht brennen? Helga kam dann auf die Idee, das Etikett zu lesen. Jetzt wissen wir: Desinfektionsreiniger brennt nicht. Wir lachten herzlich. Anja hatte Glück und ergatterte die letzte Spiritusflasche an der Tanke. Warmes Essen vom Spirituskocher und einen Tee gab's daher erst während der Dämmerung.

Während Anja sich auf den Weg machte, um echten Spiritus zu besorgen, schauten Helga und ich uns die professionelle Anmeldung mit drei Computerplätzen, Beamer und Leinwand an. Die Dahner Bogenschützen sind wirklich gut organisiert. T-Shirt-Druck und reichhaltiges warmes Essen vor Ort, kleine Stände von Kalle Longbow wurden geboten. Ein Stand mit Zubehör für Compounds gab es ebenfalls.

Während der Nacht hatte wir alle das Bedürfnis, uns ständig irgendwo festhalten zu müssen. Die Schwerkraft zog uns unerbittlich Richtung Zeltausgang. Mit dem Plätschern von Regentropfen auf dem Zelt schliefen wir mehr oder weniger gut ein und wachten damit auf. Für uns alle war die Nacht zu kurz bzw. zu unterbrochen und nicht so erholsam wie nötig. Anja war schon als erste unterwegs, Helga und ich wurden von dem Wecker, der eigentlich hätte aus sein sollen, geweckt. Frühstück mit Kaffee und was zu essen. Der Regen hörte rechtzeitig auf und um 8:30 Uhr versammelten sich alle Schützen und hörten sich die Kurzfassung der Turnierregeln an. Anja holte als Targetcaptain die Schießkarten und Gruppe 23 machte sich auf den Weg zur ersten Scheibe.

Wir waren eine Sechsergruppe: Anja, Christian, Andreas, Martina, Helga und Wolf. Schon an der ersten Scheibe (23) hieß es, konzentriert zu schießen (vier Scheiben auf der Auflage). Da sowohl Anja als auch Wolf für die Weltmeisterschaft trainieren wollten, ging es streng nach Regeln zu. Christian und Andreas schossen wie ich die Langbogen, kurze Distanz, so daß wir ab und zu nach den anderen drei erst schiessen konnten.

Bei den weiten Entfernungen war ich schon froh, erstmal die 'kurzen' Distanzen bis 45 yard zu haben. Die anderen mussten gucken, wie sie ein Ziel in 70 yard Entfernung trafen. Immer vier Pfeile auf eine der Scheiben, mal auf vier kleine Scheiben als Z, mal vier mal Pfosten wechseln, mal im walkup mit ca. 1 bis 2 yard jeweils näher an das Ziel. Viele Bergauf- und Bergab-Schüsse forderten die Konzentration. Gegen die Mittagszeit begann es dann zu regnen. Dauerhaft. Leider. Unverdrossen machten wir weiter. Der Boden bot noch genug Halt und gegen 17:00 Uhr fanden wir wieder mit einem kleinen Umweg doch wieder zum Schützenhaus zurück. Wie sich herausstellte, waren wir nicht die letzten, die kamen erst im kurz nach 21:00 zurück (Compounder, naß bis auf die Knochen). Wir fragen uns noch heute, wie die wohl ihr Ziel anvisiert haben mögen.

Während des Wartens auf den versprochenen Vortrag zur Weltmeisterschaft konnten wir live die bereits eingegebenen Schießkarten auf der Leinwand (Beamer) vom Computer sehen. Anja war auf Platz 1, Wolf ebenfalls, der sich zu uns am Abend gesellte, Helga 8. von 19 Teilnehmern ihrer Klasse und ich war 6. von 8 Teilnehmern. Andreas und Christian haben in etwa genausoviel Punkte geschossen wie ich. Es ging schon in Richtung 23:00 Uhr als wir uns auf den Weg zum Zelt machten. Für uns war diese Nacht erholsamer. Verursacht durch den Dauerregen von mehr als 12 Stunden gab das Außenzelt an manchen Stellen nach und kamen ab und zu Tropfen runter. Morgens hatte der Regen wenigstens geendet und Nebel begrüßte uns zum Sonnenaufgang.

Nach einer Dusche fühlte ich mich wohler und eine Tasse Kaffee munterte mich weiter auf. Heute war der Parcours mit den Tierbildern dran. Die Startscheibe mit zwei Hasen hätten wir leicht erreichen können wären wir vorher nicht in die falsche Richtung gegangen. Etwa 9:45 war der Startschuss. Schnell stellte sich heraus, dass dies ein schöner Parcour durch die Felsen und Waldlandschaft sein würde, allerdings mit anstrengenden Klettereinlagen versehen. Miit Hilfe der Bilder auf der Scheibenbeschriftung konnte ich mir ungefähr vorstellen, wo der Kill war (auch wenn ich ihn nicht traf). Dennoch war diese Runde angenehmer zu schießen, auch wenn ich die walkups nicht lieben werde. Ein Walkup in der Tierbildrunde bedeutet, dass man nach einem Fehlschuss einige Meter vorrücken und sich auf eine neue Entfernung einstellen muss. So viel hatte man also nicht davon, vorzurücken. Die guten Schützen waren mit dem ersten Pfeil fertig und konnten mit ihren Kräften haushalten. Die weniger erfolgreichen Schützen mussten noch einmal ran. In der Tierbildrunde sind maximal drei Schüsse erlaubt.

Den kurzen Schauer zur Mittagszeit verbrachten wir genau zeitlich abgestimmt im Zelt des Dopingstandes, die andere Tröpfelrunde konnten wir im Wald überstehen. Am Ende waren manche Abstiege relativ glitschig und an einer Stelle wären Seile zur Absicherung bestimmt nicht fehl am Platz gewesen, aber insgesamt war es ein sehr schöner Parcours - trotz gelegentlicher Steigungen mit 45° Grad auf- oder abwärts. Für Dahn sollte man schon gute Wanderbeine haben. Neben Erfolgserlebnissen gab es auch mindestens eine Scheibe (Gänsegeier), an der wir alle leer ausgingen. Pfeilverluste über die beiden Tage hielten sich in Grenzen, wobei ein oder zwei Pfeile entweder im Gelände blieben oder kaputt gingen.

Zufrieden beendeten wir kurz nach 15:00 den Parcours und gaben als eine der ersten Gruppe die Schießkarten ab. Nun ging es an Zeltabbau (das zwar nicht komplett trocken geworden war, aber auch nicht so naß war, daß es triefte) und Vorbringen der Sachen ans Auto. Gemütlich saßen wir dann um 17:00 Uhr im Schützenhaus und warteten auf den Beginn der Siegerehrung. Als diese um 18:00 Uhr immer noch nicht begonnen hatte, machten wir uns auf den Weg, um den größten Teil der Strecke bei Tageslicht zurückzulegen. Ein Regenbogen verabschiedete uns aus Dahn und ohne Stau kamen wir in Reutlingen wohlbehalten wieder an.


Endgültige Platzierungen:

Langbogen Damen: Platz 1 von 11: Anja Fischer mit 503 Punkten (Feld/Jagd: 207, Tierbild: 296)

Bowhunter Recurve Damen: Platz 6 von 19: Helga Fischer mit 410 Punkten (Feld/Jagd: 160, Tierbild: 250)

Langbogen Damen Kurzdistanz: Platz 7 von 8: Martina Pirhofer mit 231 Punkten (Feld/Jagd: 93, Tierbild: 138)

Fazit: Das Dahner Turnier ist anspruchsvoll, fordert einiges an Kondition, macht großen Spaß und ist eine Reise wert. Besonders, wenn es nicht regnet ;). Vielleicht können wir ja mal als Mannschaft dorthin.

 
© 2010 SV Öschingen